Ausbildung im Segelflug

Ausbildung im Segelflug

Segelflug ist ein Teamsport

Segelfliegen ist  nicht an bestimmte Altersgruppen gebunden. Jeder – und wirklich jeder – aus allen Altersgruppen, Jungen und Mädchen, Frauen und Männer können das Segelfliegen erlernen.

Auch darf man es schon früh erlernen:
Mit  14 kann die Segelflugausbildung begonnen werden. In Außnahmefällen sogar schon mit 13.
Mit 16 kann man dann bereits eine Lizenz erwerben, den „Segelflugschein“ .

Aber auch im Fortgeschrittenen Alter ist es jederzeit möglich mit dem Segelfliegen zu beginnen.  Es gibt hier keine Altersbeschränkung, lediglich der gesundheitliche Zustand ist ein wesentlicher Bestandteil der Fähigkeit Fliegen zu lernen.

Hierfür muss man in regelmäßigen Abständen zu einem Fliegerarzt. Dieser stellt nach Überprüfung des Gesundheitszustands ein  sog. Tauglichkeitszeugnis aus.

Die Kosten für die Ausbildung  sind in dem Mitgliedsbeitrag und dem Beitrag für die entsprechende Gruppe enthalten.
Zusätzlich zum Mitgliedsbeitrag entstehen Kosten für Prüfung, Fliegerarzt und natürlich die, die bei den Starts und dem Fliegen selbst anfallen. In der Regel sind es die Gebühr für den Windenstart und bei längeren Exkursionen die Gebühren für die Nutzung des Fluggerätes.

Im Durchschnitt ergeben sich für einen Segelflugschüler Kosten von etwa 50 € pro Monat. Bei einer hohen Anzahl von F-Schlepps kann dieser Betrag überschritten werden. Dies geschieht jedoch in jedem Fall mit vorheriger Absprache.

Der Deutsche Aero Club hat zum Thema Segelfliegen eine Reihe Artikel veröffentlicht, in denen ausführlich auf viele Fragen eingegangen wird.

Die Seite ist zu finden unter folgender Adresse :

http://www.daec.de/sportarten/segelflug/fliegen-lernen/

Ausbildung Segelflug im Flugsportverein Sobernheim:

Die Ausbildung Segelflug im Flugsportverein Sobernheim besteht aus zwei Abschnitten:

Erster Ausbildungsabschnitt:

Wir beginnen normalerweise mit Eingewöhnungsflügen mit einem Segelflugdoppelsitzer und/oder einem Motorsegler. Hier kannst Du Dich langsam an das „Leben in der Luft“ gewöhnen und gleichzeitig auch die ersten schönen Flüge durchführen.

Dann beginnt die Schulung im Doppelsitzer. Wir zeigen Dir die ersten Ruderfunktionen zum Steuern der Maschine und Du lernst, die Instrumente abzulesen. Dazu gehört auch eine umfangreiche Einweisung in das Verhalten am Flugplatz und die für alle am Platz anfallenden Aufgaben während des Flugbetriebs.

Im Laufe der weiteren Ausbildung lernst Du selbstständig die Ruder zu bedienen. Dein Gefühl für die Reaktion und das Verhalten des Flugzeugs steigt stetig an. Die Übungen werden entsprechend Deines Lernfortschritts ausgewählt und langsam im Schwierigkeitsgrad erhöht. Während der gesamten Ausbildung legen wir größten Wert auf Flugsicherheit und vorausschauendes Denken und Handeln.

Ein Segelflugzeug hat keinen Motor, jede Landung und jede Entscheidung muss deshalb „sitzen“.
Während der Ausbildung kommt aber der Spaß sicher nicht zu kurz. Du wirst schöne, längere Thermikflüge in der Umgebung zusammen mit den Lehrern durchführen, und erleben, wie Dir das Spiel mit der Natur, angetrieben durch die Kraft der Sonne, Erfolgserlebnisse beschert. 

Den ersten Ausbildungsabschnitt schließt Du dann erfolgreich mit dem ersten Alleinflug ab. Dieser erste Flug alleine, ohne Lehrer, ist ein beeindruckendes Erlebnis und wird Dir zeitlebens in Erinnerung bleiben.

Zweiter Ausbildungsabschitt:

Nach dem ersten Alleinflug, der A-Prüfung, fliegst Du weitere Starts auf dem Doppelsitzer alleine, bevor Du auf Deinen ersten Einsitzer umgeschult wirst.  Ab hier sind Übungsflüge alleine in der Umgebung des Flugplatzes unter der Aufsicht des Lehrers die Regel. Zwischendurch werden aber auch immer wieder Flüge mit Lehrer im Doppelsitzer durchgeführt. Natürlich kannst du auch mit anderen erfahrenen Fliegern schon mal als Copilot auf Strecke gehen.

Außerdem lernst du, mit der Segelflug – Winde umzugehen, die den Segelflugzeugen das Starten ermöglicht. Diesen Lernabschnitt schließt Du mit der Prüfung zum Windenfahrer ab.

Weitere Übungen mit dem Flugzeug sind nun vor allem Thermikflüge, Schnellflug, Ziellandungen und ggf. Außenlandungen auf geeigneten Feldern oder Wiesen. Dazwischen kommen immer wieder Flüge im Doppelsitzer mit Lehrer, um Deine Ausbildung sicher und erfolgreich zu gestalten.

Wenn Du dann diese Ausbildungsabschnitte erfolgreich absolviert hast, kommt nach einer  umfangreichen Navigationseinweisung noch ein Streckenflug im Alleinflug von mindestens 50 km dazu.

Parallel zur praktischen Ausbildung erfolgt eine gründliche theoretische Ausbildung in den Fächern Aerodynamik und Technik, Instrumentenkunde, Wetterkunde, Luftrecht, Navigation und Kartenkunde, Menschliches Leistungsvermögen und Verhalten in besonderen Fällen.

Nach der Erfüllung aller prüfungsrelevanter Bedingungen erfolgt die theoretische und praktische Prüfung  beim Landesbetrieb Mobilität Abteilung Luftverkehr oder bei uns im benachbarten Luftsportverband Rheinland Pfalz.
Wenn diese „letzten Hürden“ überwunden sind, erhältst Du den Luftfahrerschein für Segelflug.

Nach dieser „C-Prüfung“ bist Du ausgebildeter Pilot.

Damit die Sicht immer klar bleibt

Das Cockpit um den Piloten ist mit einer transparenten Haube umschlossen. Die Form der Haube ist der  Rumpfkontur des Flugzeuges angepasst. Nur so hält sich bei hohen Fluggeschwindigkeiten der Luftwiderstand in Grenzen und werden große Flugleistungen möglich. Die Haube schützt den Piloten vor dem Fahrtwind und vor widrigen Temperaturen und sorgt für eine fast uneingeschränkte Sicht nach vorne. Sie Bedarf aber auch eines besonderen Umgangs und einer besonderes Pflege!

 

Die Haube

Die Haube besteht aus Acrylglas (Plexiglas) – einem festen transparenten Kunststoff.
Die  Haube ist über Klappmechanismen fest mit dem Flugzeug verbunden und kann, ja nach Flugzeugmuster, zur Seite oder nach oben geöffnet werden. Bei einigen Doppelsitzertypen wie beim TWIN III ist die Haube zweigeteilt.  Die Haube  kann einzeln zur Seite aufgeklappt werden. Der Haubenrahmen und das rumpfseitige Gegenstück sind so gefertigt, dass sie sich passgenau an- oder ineinanderfügen, dabei möglichst luftdicht abschließen und nicht gegeneinander verrutschen können. Im Notfall kann die Haube über eine schnell und einfach auszulösende Entriegelungsvorrichtung für den Notausstieg abgeworfen werden. Damit dies so bleibt ist beim Schließen entsprechend sorgsam vorzugehen

Der Haubennotabwurf ist ja nach Flugzeugmuster unterschiedlich gelöst worden

Bei bestimmten  Witterungen kann die Haube im Flug beschlagen oder vereisen. Für diesen Fall ist für jeden Sitzplatz linksseitig ein postkartengroßes rechteckiges Notsichtfenster in das Haubenglas eingelassen, durch dessen Ausschnitt der Pilot bei sonst verhinderter Sicht noch blicken und sich orientieren kann. Das schiebbare Notsichtfenster wird in Plexiglas-Schienen geführt, die auf dem Haubenglas verschraubt sind. Es dient nicht des Eingreifens um zum Bsp. ein Schleppseil zum LEPO zu lösen (Bruchgefahr)
Um die Haube abgestellter Flugzeuge von außen zu verschließen, muss mit einer Hand und dem Arm durch das Notsichtfenster zu den innen liegenden Verriegelungsgriffen gelangt werden.

im Doppelsitzer mit dunklen Thermikhüten Reflexionen in der Haube vermeiden!

Je nach Lichtverhältnissen und Farbe der Fliegermütze treten Reflexionen auf, die die Sicht stark beeinträchtigen können Auch hier kann man die störenden Spiegelungen durch den weißen Thermikhut gut erkennen.

Es gibt Unannehmlichkeiten und Nachteile, die für eine klare Sicht in Kauf genommen werden müssen. Je nach Lichtverhältnissen treten in der Haube störende Spiegelungen heller und glänzender Objekte auf, die sich im Inneren des Cockpits befinden. Insbesondere beim doppelsitzigen Fliegen kann die für jeden Segelflieger obligatorische Kopfbedeckung (Thermikhut) des vorderen Piloten die Sicht des hinten sitzenden Piloten beeinträchtigen. Ein im grellen Weiß leuchtender Thermikhut erzeugt auf der Haubeninnenseite ein verzerrtes Abbild, das auf die Augen des zweiten Piloten reflektiert wird. Die Blendwirkung verhindert, dass sonst klar erkennbare Objekte auszumachen sind. Dunkle Mützen eignen sich besser.  Eine simple Möglichkeit, Reflexionen im Cockpit zu vermeiden, ist auch das Tragen dunkler Kleidung.  Insbesondere im Segelflugzeug sollte grundsätzlich mit lichtundurchlässiger Kleidung und Hüten geflogen werden

Die Hitze und die Folgen vor dem Start

Steht das Flugzeug mit geschlossener Haube ungeschützt in der prallen Sonne, heizt sich das Cockpit unerträglich auf. Die dunkel und matt gehaltene Innenausstattung des Segelflugzeugcockpits absorbiert einen Teil der Wärmestrahlung und verstärkt den Aufheizeffekt. Temperaturempfindliche Fluginstrumente leiden unter der Hitze.  Schäden an der Elektronik werden heüfig durch „vergessenen“ Haubentücher verursacht. Instrumentenschläuche aus PVC werden weich und können dort knicken und verschließen, wo sie normalerweise unter leichter Spannung im Bogen geführt werden. Für den startbereiten Piloten wird das Warten auf den Start zu einer unangenehmen, schweißtreibenden, nicht zuletzt körperanstrengenden Angelegenheit, wenn sich bei bereits geschlossener Haube die Startvorbereitung und der Startablauf verzögern.

Brandgefahr am Boden

Kaum zu Glauben aber dennoch sprechen viele Gründe dafür, die Haube immer zu verschließen, auch wenn der Cockpitbereich des Segelflugzeugs nur für kurze Zeit verlassen wird. Steht ein Segelflugzeug mit geöffneter Haube in der prallen Sonne, besteht Brandgefahr. Je nach Sonnenstand bündelt das gewölbte Haubenglas wie ein Brennglas die einfallenden Sonnenstrahlen. Wird die Haube aufgeklappt, können bei entsprechendem Sonnenwinkel binnen Sekunden Teile der Innenausstattung in Brand geraten. Dieses Phänomen tritt insbesondere bei Flugzeugmustern mit hochklappbaren Hauben wie bei TWIN und DUO Diskus und Mosquitto  auf. Typische Zeugnisse sind Brandlöcher in den Kopfstützen und Schmorstellen in den Instrumentenbrettern und Instrumenten.

Windschaden

Auch bei starkem oder böigem Wind sollte die Haube nie unbewacht offen stehen. Bereits eine einfache Thermikböe reicht, die Haube zuzuschlagen,  zu zerbrechen oder die Haube aus ihrer Befestigung auszubrechen, die Halterung so zu verbiegen, dass eine teure Reparatur unausweichlich ist.

Gute Sicht gibt es nur mit gepflegten Hauben

Eine gute Rundumsicht ist Zwingend beim Fliegen. Das ist aber  nur möglich, wenn die Haube regelmäßig gepflegt wird und frei von Kratzern bleibt.
Acrylglas ist nicht kratzfest und leicht zu beschädigen! Daher keine  Kleidung mit Metallteilen an Ärmeln, oder Uhren die großvolumig zwar schick aussehen aber an der Haube Kratzer verursachen  

Um die übermäßige Aufheizung im Inneren zu vermeiden und natürlich auch um Staubablagerungen von der Haube abzuhalten, wird die Haube mit einem weichen speziell dafür angefertigten Haubentuch abgedeckt. Lediglich bei Regen, starkem Wind oder für den Transport im Anhänger (und natürlich für den Flug) wird das Haubentuch entfernt.
Das Acrylglas der Haube kann bei Erschütterungen Risse erleiden. Es ist außerdem sehr kratzempfindlich. Bereits ein einziges Staubkorn verursacht tiefe Riefen und lichtbrechende Kratzer. Daher ist es sehr wichtig, die Haubentücher niemals auf dem Boden oder auf einem staubigen Untergrund abzulegen. Beschädigte oder verkratzte Hauben lassen sich nur schwierig reparieren. Die Kosten für den Ersatz betragen mehrere Tausend Euro. Bei älteren Flugzeugen übersteigt der Wert der Haube oft den Wert des gesamten Flugzeuges. Deswegen sind der umsichtige Umgang und die gute Pflege der Segelflugzeughauben unbedingt geboten, stellt doch eine Beeinträchtigung der Sicht nach draußen auch eine Beeinträchtigung der Flugsicherheit dar.

Ein sorgsamer Umgang mit der Haube ist wichtig

Die Haube, darf zum Schließen nicht zugeknallt werden, sondern wird zunächst sanft und geräuschlos auf den rumpfseitigen Rahmen aufgelegt und anschließend gefühlvoll verriegelt.

Schwachstellen sind die Ecken der seitlichen Fensterausschnitte und die Bohrungen für die Verschraubung der Fenster, da dort bei Erschütterungen oder unter Krafteinwirkung Risse eingeleitet werden. Der Fensterausschnitt eignet sich deswegen nicht als Griff. Ebenso darf nicht mit dem „dicken Ärmel“ durch den Fensterausschnitt gegriffen werden.
Im normalen Flugbetrieb besteht kein Anlass, das Haubenglas mit bloßer Hand zu berühren. Jede noch so leichte Berührung hinterlässt fetthaltige Spuren, die den Durchblick beeinträchtigen und sich nur mit einem größeren Reinigungsaufwand schlieren- und rückstandsfrei entfernen lassen. Nicht nur zum Sonnenschutz sollte jeder Segelflieger eine Kopfbedeckung tragen. Der Thermikhut hilft, Haut und Haare von der Haube fernzuhalten. Die Kleidung, insbesondere Hemd- und Jackenärmel und die Kopfbedeckung, darf keine scharfkantigen metallenen Zubehörteile wie Reißverschlüsse, Knöpfe, Nieten oder ähnliches enthalten. Diese können beim Kontakt mit der Haube Kratzer verursachen.
Stark verschmutzte Hauben werden mit sehr viel Wasser, Schwamm und Fensterleder vorgereinigt. Um Beschädigungen durch feine Staubeinschlüsse zu verhindern, müssen Schwamm und Leder unbedingt schmutzfrei sein. Leicht verschmutzte Hauben werden lediglich mit einem Spezialreinigungsmittel besprüht und in Flugrichtung mit einem Papiertuch einer Küchenrolle gereinigt.
Niemals mit dem gleichen Tuch oder Leder die Haube reinigen mit der zuvor.

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