Vom Combat- zum Comfort-Approach – Wie aus einer ausgemusterten Transall ein Feriendomizil entstehen soll

Vom Combat- zum Comfort-Approach – Wie aus einer ausgemusterten Transall ein Feriendomizil entstehen soll

Willkommen in Zweibrücken – Abschied aus dem Luftwaffendienst: die Transall
50+79 erwartet eine neue Existenz als Feriendomizil.

Manche Ideen sind so verrückt, dass man sie einfach umsetzen MUSS! Etwa die,
aus einem altgedienten Transportflugzeug der Bundeswehr ein Feriendomizil zu
machen. Nein, kein fliegendes. Das könnte jeder Scheich. Auch kein rollendes.
Sondern ein stehendes. Und zwar auf dem Flugplatz Zweibrücken. Dieses
ungewöhnliche Schicksal steht der Transall 50+79 bevor. Sie soll bald zum „Trallotel“
umgebaut werden.
Im sechsten Jahrzehnt ihrer Nutzung schickt die Luftwaffe ihre Tralls also in Rente
und löst sie ab durch die A400M. Was haben die dicken Zweimots nicht alles erlebt!
In Afrika haben sie über Jahre hinweg hungernde Menschen mit Nahrungsmitteln
versorgt. In Katastrophengebieten ließen sie aus ihren geöffneten Heckklappen
Hilfsgüter regnen. Oft genug nahmen sie in ihre geräumigen Bäuche aber auch
Verwundete auf und retteten Leben.
Um ihr Leben fürchten mussten Piloten und Besatzung von Transall-Maschinen oft
genug im Bosnienkrieg. Der Anflug auf Sarajevo galt als extrem gefährlich wegen der
Boden-Luft-Raketen der Serben. Deshalb entwickelte man ein besonderes steiles
Anflugverfahren, um schnell an Höhe zu verlieren: den Combat-Approach
Die 50+79 in Zweibrücken praktizierte eher einen Comfort-Approach. Für diese vom
Fliegerhorst Hohn in Schleswig-Holstein einfliegende Transall war es ihre letzte
Landung. Nach und nach werden jetzt ihre unbequemen Klappsitze gegen
gemütliche Fauteuils und Betten ausgetauscht.
In Zweibrücken erwarteten diese Maschine nicht nur Fluginteressierte jeden Alters,
sondern auch Dominik Weil aus Stromberg. Weil ist zusammen mit Freunden der
Käufer dieser Transall und insofern der künftige Hotelier. Er stellte das Projekt dem
Publikum vor.
Und unter den Zuhörern befanden sich auch Bruno Rhein, Florian Loschnat und
Manfred Petry. Sie waren stilvoll mit der D-EGNP vom Domberg aus angereist – als
einziges Kleinflugzeug übrigens.
Die Transall – sie hat schon eine einmalige Geschichte.
Und die 50+79 – sie hat eine einmalige Zukunft als Trallotel, so verrückt dies auch
klingen mag.
Denn alles ist besser als verschrotten. DAS wäre nämlich wirklich verrückt!


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